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Brrr – is mir kalt!

29. Mai 2013 | Autor:: | Kategorie: Allgemein, Entspannung, Prävention | 0 Kommentare

 

Regentropfen(Aah-Yeahbyflickr.com)Sitze ich doch heute Morgen am Frühstückstisch und lese, das Viele den Frühling 2013 schon aufgegeben haben und nahtlos in den heißen Sommer überwechseln wollen. Huuppss, sage ich und stoße vor Aufregung fast die Glühweintasse um. Was ist denn bloß passiert, dass die Menschen wieder so ungeduldig sind? Wo ist denn bloß die Klimaerwärmung geblieben, die von Deutschland schon als die zweite Sahara oder einem subtropischen Regenwald gesprochen hat?

Unsere Klimaexperten helfen uns dabei mit ihrem Können an allen Ecken und Kanten. Sie haben diesen Frühling als EINDEUTIG ZU KÜHL statistisch ermittelt. Und schnell werden die Fachleute noch mit Zahlen und Statistiken aktiv. Und kommen auf die unglaubliche Zahl von 0,2° kälter als das Frühjahr 2012. Beim bloßen Gedanken an die Differenz von zwei Zehntel Grad zum letzten Jahr beginne ich zu erschaudern. Und ziehe schnell meinen Rolli höher, damit ich mir keine Lungenentzündung hole.

Und dabei spüre ich mal wieder, welche Macht es hat, wenn “Fachleute” mir sagen, ob es kalt oder warm ist. Und wie schnell fange ich an zu frieren, wenn ich Artikel wie heute lese. Was haben da bloß die Menschen früher gemacht, die keinen Deutschen Wetterdienst oder AEMET hatten? Sie haben nach oben geschaut und sich entsprechend gekleidet. Oder alte Bauernregeln wurden hervorgekramt oder alte Menschen nach ihren Empfindungen befragt. Und heute? Reine Kaffeesatzleserei!Temperaturanzeige(JuVlaibyflickr.com)

O.k. Der lange Winter kostet der Wirtschaft und den Mietern einen gehörigen Batzen Geld. Die gestiegenen Energiekosten tun dabei das ihrige. Die sich schon seit zwei Monaten in den Schaufenstern befindlichen Sommersachen stauben dahin. Ein Glück nur, dass sie nicht ausbleichen, es scheint ja keine Sonne. Und auch die großen Gartencenter und die Gärtner klagen Verluste ein, weil keiner im Regen Stiefmütterchen und andere Frühblüher pflanzen will.

Und was wird mit dem Sommer 2013? Da sagt die Wetterstatistik (hi,hi), dass “auf einen kalten März ein heißer Sommer kommt”. Oder: “Liegt im April noch Schnee, sagt der Sommer Juuheee”. Alles in allem sagt man, er werde ein normaler Sommer. Die üblichen zwei Wochen heiß, mit Temperaturen über 40 Grad und der Rest kälter als gewünscht. Unterm Strich (statistisch gesehen) n o r  m a l!

Sonnenschein(bergfrooschbyflickr.com)Dann nehme ich also das Wetter wie es kommt, danke Gott, dass ich noch lebe und es erleben kann, freue mich auf heute und Morgen – und hole mir eine frische Tasse Glühwein.

Gibt es eine neue Familienform? JA!

14. Mai 2013 | Autor:: | Kategorie: Allgemein | 0 Kommentare

 

NiccyIrgend etwas stimmt nicht mit mir – oder doch? Neulich ertappte ich mich beim Spielen von Ice Age Village, dass ich mich wie ein Schneekönig freute, als meine “Rüsselsammlung”, die das Listige Tier, das Erdferkel und das Mammut beinhaltete, sich mit dem Rüssellosen vervollständigte. Alle 10 Stunden musste meine neue Herde jetzt gefüttert werden. Für meinen Fleiss wurde ich reichlich mit Münzen belohnt.

Komisch dachte ich mir. Ich heisse doch nicht Manni. Warum freue ich mich über eine Herde, statt über meine Familie. Und dann habe ich mich umgeschaut und entdeckt, dass ich nicht alleine bin. Überall stieß ich auf neue “Familien” mit zum Teil sehr phantasiereichen Namen: Iron Devil MC, Ghost Rider MC, Nase im Wind MC, Tank voll MC, Teerbeisser MC und noch viele mehr. Und es war lustig anzusehen, dass diese Familien auf ähnlichen Fahrgestellen waren. Sie hießen BMW, Suzuki, Honda, Moto Guzzi oder Harley Davidson, Kawasaki oder Schwalbe.

Irgendwo auf der Strasse war Treffpunkt. Vater kam von links, Mutter von rechts und die Kinder kamen tollend aus allen Himmelsrichtungen. Bike(Winneblat Eugenebxflickr.com)War das ein riesiges Hallo! Aus kleinen Sehschlitzen wurden die neuesten Errungenschaften am Gefährt begutachtet. Wurde ledierter Chrom noch mal schnell poliert und ala Check bei einem Piloten Ölstand, Benzin und Kühlwasser überprüft. Und dann hebt einer, der zwei lange Hörner an der Mütze hat die Hand, alles schmeisst den Motor und und die Luft wird bleigeschwängert. Und dann gehts los wie in einer muslimischen Familie: Vater vorne, dahinter die spielenden Kinder und die Mutter hält am Schluss alles zusammen.

Ich stehe da mit offenem Mund und bin begeistert. Sie sind weg, die Singles unserer Gesellschaft. Endlich unter Gleichgesinnten, Freunden. In einer neuen Familie. Während man früher noch einsam an einer Ecke stand und wartete, bis jemand vorbeikommt, trägt man sich heute in eine Tourenpartnerdatenbank wie www.motorrad-zeit.de ein, erkundigt sich in Foren und in Fachbeiträgen nach vom TÜV erlaubtem Zubehör. Und selbst gestandene “Familienväter” haben Tränen in den Augen, wenn sie Berichte lesen wie: “….schon als kleines Mädchen habe ich Motorräder geliebt. Das erste Mal saß ich mit 5 Jahren auf einer BMW….”.

Wehmut kommt auf. Kinder, wie die Zeit vergeht. Weißt Du noch? Was war denn Deine ERSTE? Und bei einer Antwort wie: “Sie war groß und langhaarig blond”, bricht alles in schallendes Gelächter aus. Ja, ja der Karl Heinz. Der hat nur Frauen im Kopf.

Aber irgendwie gefällt mir die neue Form von Familie. Da muss Mutter nicht schimpfen, wenn Kinder bei Wind ohne Mütze raus gehen. Da wird sich warm genug gekleidet in weiches Leder. Da ist kein Arschgeweih zu sehen wie am Strand oder der Stadt. Da gibt es für die Region besonderen Nierenschutz. Da ist nichts mit nackten Füssen, bei denen man sich etwas an der Blase verkühlt. Festes Schuhzeug ist angesagt. Und für den Kopf? Da gibt es etwas Knitterfreies in allen erdenklichen MetallicFarben. Passend zum Untersatz und der Kleidung. Und selbst der schlumpfigste Mann sorgt für passende Garderobe.

Bike2(alessinobyflickr.com)Am Meisten aber hat mich etwas begeistert, das ich schon verloren glaubte. Während die normalen Menschen achtlos auf der Strasse vorüber gingen, man sich in der U-bahn möglichst weit weg setzte und im Aufzug alle wie irre nach oben starrten, grüßt man sich wieder. Total verrückt. Und für diese gesellschaftliche Form gibt es sogar Regeln. Gegrüsst wird nicht, wenns kein Motorrad ist (Moped, unter 125 ccm und so), du verlierst sonst Dein Gesicht. Oldtimer werden besonders freudig begrüsst (..es könnte ja das letzte Mal sein..). “Winterfahrer” grüssen von Frühjahr bis Herbst nicht. “Winterfahrer” grüssen nur andere Winterfahrer, Saisonschwuchteln werden demonstrativ ignoriert (..na das nenne ich mal Zucht und Ordnung im System..). Man begrüsst sich überschwänglich, hält an und umarmt sich und redet auf der Maschine sitzend zwei Stunden bei laufendem Motor (ist ja luftgekühlt).

Familienmitgliedern mit Maschinen eines großen deutschen Herstellers werden nicht per Handzeichen, sondern lediglich durch Hochziehen der Augenbraue auf Fahrerseite begrüßt. Auch ein leichtes Lupfen des Kinnteils des Klapphelms reicht aus.

Besonders angetan war ich aber von der Reinlichkeit der Motorradneulinge. Sie tragen immer frische Unterwäsche heißt es – man könnte ja im Krankenhaus landen. Ich wünsche allen Herden, äähhhmm Familien, dass das nicht passiert und alle gesund und munter durch den Sommer kommen. Und dabei immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel (Mist, das ist ja was anderes)!

Die Angst vor den magischen Zahlen!

3. April 2013 | Autor:: | Kategorie: Allgemein, Entspannung, LBC News | 0 Kommentare

 

IMG_0889In meinem familiären Umfeld bin ich seit einiger Zeit wieder einem Phänomen begegnet von dem ich glaubte, dass das dunkelste Mittelalter dieses Thema längst erledigt hätte: ANGST vor den  “magischen” Zahlen. In Märchen, Sagen und Mythen habe ich ja immer mal wieder etwas darüber erfahren. Die “3″, die mir noch zu Weihnachten in Gestalt der heiligen drei Könige begegnete. Im Radio, als eine fröhliche Sängerin intonierte: “Wähle 333 auf dem Telefon, wähle 333 und ich komme schon”. Oder wöchentlich werde ich an die magische Zahl “7″ erinnert, wenn ich montags keine Lust habe, mit dem Arbeiten anzufangen und mich stattdessen aufs Wochenende freue.

Das es in der Physik bei der Anzahl der Nukleonen, die eine vollständige Schale bilden, von Magischer Zahl die Rede ist, finde ich spannend. Und das es in der Informatik spezielle Werte gibt, die man Magsiche Zahlen nent, ist mir auch neu.

Na und klar, im Alten Testament finden Zahlensymbolische Bedeutungen hohen Stellenwert. Genesis 1, 17ff, der Siebenarmige Leuchter, Aleph und Jod, 1 und 10, die zentrale Bedeutung der “5″, 248 gute Taten, die der Mensch tun muss, um sich seine Existenz in der Welt zu bauen. Alle Zahlen so zwischen 1 und 500 sind im hebräischen irgendwie wichtig.

Nur eine habe ich nicht gefunden: die 30. Und genau mit der wurde ich auf existentielle Weise konfrontiert. Jemand wurde 30. Ach du Schreck, welcher Einschnitt ins Leben dachte ich mir. Wo bei mir als Mann mit 30 die Sturm- und Drangzeit doch erst richtig los ging. Doch die Ängste und Sorgen lagen tiefer. Noch nicht fertig mit der studentischen Zukunft, keine verlässliche dauerhafte Beziehung, kein Kind und die berufliche Zukunft im Nirvana. Dazu kam, durch Inflation gespartes Geld zu verlieren, keinen passenden Job mehr zu finden und eine fehlende eigene Wohnung. Zuerst machte ich mich darüber lustig, wie Gunter Gabriel in seinem Song: “Alle Mädchen ab 30″ .

Doch dann begann ich, mich mich dem weiblichen Phänomen 30IMG_1382 zu beschäftigen. Und ich stiess auf beachtliche neue Erkenntnisse, die mir als Mann bisher verborgen blieben. Die Angst der Frau, ab 30 nicht mehr in eine Leggins zu passen. Das immer lautere Ticken der biologischen Uhr. Das rasante Verändern, gerade der Oberschenkelhaut zu irgendeiner Frucht. Die Sorge, keinem mehr zu gefallen und somit auch keinen mehr abzubekommen. Natürlich nicht irgendeinem, sondern dem, der auf einem Schimmel reitend, vermögend, gutaussehend, gebildet und mit hochmobilen Spermen eines Morgens an der Haustür klingelt. Die Ernährung, und mag sie auch noch so gesund sein, die sich immer schneller als “Rettungsring” vergoldend an die Hüfte absetzt. Und natürlich, dass man ab sofort das Lachen einstellen muss, damit sich die dabei entstehenden Falten nicht wie in Stein ins Gesicht meisseln.

Wochenlang vorher gab es also schon schubweise diese depressiven Phasen. Eine intensive Aufbauarbeit war angesagt. Lange Gespräche, bei denen ich oft verzweifelte und mich sorgte, die erhoffte Wirkung bliebe aus. Und dann kam gestern dieser Tag, am 2.4.2013,  diese magische Wendung und nichts geschah von den befürchteten Weltuntergangsszenarien. Im Gegenteil, das Leben ging weiter, als wäre nichts geschehen. Die Ängste wichen dem Lächeln, Menschen begegneten ihr und lächelten zurück. Die Stimmung stieg und jede Sekunde wurde zu einem Demonstrationszug positiver Gefühle. Was für ein Tag????

Und was war mit der Angst? Der Weltuntergangsstimmung? Dem Gefühl, auf der Welt ganz alleine zu sein? W E G!! Nichts war passiert. Nichts? – Doch! – Im Inneren hatte sich viel bei ihr verändert. Zum Positiven. Das Leben geht weiter. Gut! Besser. Vieles wird besser. IMG_1383

Geschafft! Sie ist jetzt 30. Und und ich? Ich bin auch geschafft. Aber auch meine Nerven werden sich wieder beruhigen. Denn auch mein Leben geht weiter.

Dienstleistung! Dienen und leisten?

4. März 2013 | Autor:: | Kategorie: Allgemein, Entspannung, Prävention | 0 Kommentare

 

Kontakt(silvertracebyflickr.com)Da hatte ich doch gestern ein sehr langes Gespräch über Dienstleistung. Wer Partner ist! Wie sich unsere Gesellschaft dorthin bewegt hat. Wie man Leistung anhand ihrer Qualität checken kann. Und ob ein solches Marketing etwas bringt und wenn ja, wie und durch was?

Dabei habe ich schon gemerkt, das ich in einer anderen Zeit groß geworden bin. Ich habe noch gelernt, das eine natürliche oder juristische Person einer anderen mit Dienstleistung eine Bedarfsleistung erbringt. Der andere zahlt dafür in der Regel ein Entgelt.

Das mit der Entlöhnung ist geblieben. Die Leistung hat sich verändert. Da werden am Flughafen die Kofferräume zentral entriegelt und ich kann meinen Koffer selbst hineinstellen. Da werden durch Beförderungsunternehmen schlecht geheizte und riechende S-Bahnen zur Verfügung gestellt, wenn sie denn mal fahren und nicht irgendwo mal wieder “Kupfer” abhanden gekommen ist.

Da überfluten immer mehr Feierabenddienstleister den Markt und konfrontieren mich mit Nahrungsergänzung und Time-sharing-Angeboten. Kritische Rückfragen sollte ich tunlichst vermeiden.

Da tut es gut, das ein kleines aber feines Massageunternehmen mit guter asiatischer Ausbildung mich noch in den Mittelpunkt stellt. “Ich wäre wichtig”, sagt man. Man hätte da was, was mich jünger und schöner aussehen ließe. Upps. Da hatte jemand meinen wunden Punkt getroffen – meine männliche Eitelkeit. Das Verfahren heiße DERMABRASION, wobei mit einem Diamantschleifkopf mittels Überdruckleitung hochreines Korundpulver auf die Haut gestrahlt wird und die verbrauchten Hautschichten ganz fein abträgt. Massageneu

Ich musste unwillkürlich ans Jahr 1968 zurückdenken, in dem ich mit meinem damaligen Arbeitgeber, der MS Elsfleth, auf einer Werft in Bremerhaven Platz genommen hatte und unserer Aussenhaut die daran befindlichen Muscheln und Pflanzenteile gesandstrahlt wurden. Das gute Schiff sah danach aus wie neu. Bei dieser Vorstellung stimmte ich innerlich schon zu.

Doch statt mich nun ohne weitere Informationen zu behandeln erhielt ich weitere Informationen über die Unbedenklichkeit, dem gesundheitlichen Prozess, der Hautpartikelentsorgung und und und. Warm- und Kaltbehandlung der Haut täten ihr weiteres. Und die hohe Mobilität des Gerätes hatten mich vollends überzeugt. ICH WOLLTE AUCH MAL. Wollte dabei sein, eine Leistung erbracht bekommen und das entsprechende Entgelt entrichten. Und das alles durch ein kleines aber feines Unternehmen: www.massagepraxis-rister.de

Mein Fazit: Es scheinen die Kleinen zu sein, die mein Verständnis von Dienstleistung hochhalten. Die Großen scheinen es ja nicht mehr nötig zu haben. Stärken wir doch diese kleinen!!!

 

Hurra, hurra, die Jecken sind wieder da!

8. Februar 2013 | Autor:: | Kategorie: Allgemein, Entspannung, Stress | 0 Kommentare

 

ALEXJa, ist denn nun schon wieder Karneval? Ist schon wieder ein Jahr rum? Wenn ich das Fernsehprogramm richtig deute, dann stecken wir wieder mitten in den närrischen Tagen. Und woran ich das erkenne? Grenznahe Dörfchen zu Holland finden sich plötzlich mit ihrer Sitzung zur besten Sendezeit wieder. Verschlafene Gemeinden aus der Hocheifel treffen sich wie alljährlich im Dorfkrug. Und das wird auch noch übertragen.

Nun wird der geneigte Leser sagen, ich wäre ein Kanevalsmuffel. Ich solle mich doch wohinauchimmer scheren. Weit gefehlt. Ich liebe den Karneval. Die Zeit, in der Jecken mundartliches Liedgut geträllert wird. Wo auf Sitzungen ehrenwerte Herren dünnbrettige Reime reimen. Wo Vorstandsvorsitzende in Cowboy-Kostümen durch die Gegend laufen, um so ihre Traumata der Kindheit zu kompensieren.

Nein! Ich habe nichts gegen Karneval. Ich finde Karneval gut. Es ist dabei doch immer so schön lustig. LUSTIG? – werden jetzt einige sagen. Lustig ist Karneval natürlich nicht. Denn ein homosexueller Karnevalsprinz zum Beispiel geht nicht. Ein für alle Mal. Und beim Kölner Dreigestirn sollte Bauer-Prinz-Jungfrau natürlich weiß und nicht schwarz sein. Und reich sollten sie natürlich sein. Von wegen den vielen Lokalrunden. Und lustig ist das nicht, in den jeweiligen Städten schon heute beim Ordnungsamt die Sessionen 2014 bis 2016 anzumelden. Damit die da vom Fundus der Arbeitslosen beim selbigen Amt rechtzeitig Putzpersonal beordern können.

Und dann der Stress. Schon Wochen vorher wird am Kostüm geschneidert. Nicht eines von Lidl donnerstags vom IMG_0092Non-Food-Stand. Nein. Es muss schon was besonderes sein. Und Pappa beginnt schon zu Weihnachten langsam, seinen Bierkonsum durch eine Flasche täglich mehr zu steigern. Nein! Lustig ist das nicht.

Was machen aber dann die vielen normalen, die am Strassenrand mit einem Plastikhütchen und einer Roten Nase fast bis zur Unkenntlichkeit verkleidet sind? Das ist das wahre Karnevalsvolk. Das, das bei Eiseskälte hofft, von den zu Stein gefrorenen Karmellen nicht erschlagen zu werden. Die Normalos, die sich freuen, wenn ein Wagen mal wieder mit mehreren Tausend Phone an ihnen vorzieht und einen Tinitus hinterlässt. Und die, die nur deshalb da stehen, weil irgendeiner gesagt hat, diesmal werden Präservative geworfen. Und sind wir doch mal ehrlich, für genau diese Menschen ist Karneval gemacht. Nicht für die Profis, die behangen mit mehreren Kilos an Metallorden sich gerade noch grade halten können.

Und deshalb hat gestern genau für dieses Karnevalsvolk die närrische Zeit gestern begonnen. Dem Tag der schüchternen und verklemmten Männer. Dem Tag, an dem Karl Heinz seinen alten Schlips aus dem Schrank um seinen dicken Hals gelegt hat nur, um einer der kussgeilen Frauen zu begegnen, die sich dann wild gestikulierend auf ihn warf. Ich sehe ihn schon freudetrunken nach Hause wanken und planen, welcher Schlips 2014 dran glauben muss. Was für ein Stress. Ich bin froh, wenn diese Tage wieder vorbei sind und wieder jeder über mein Alltagsgesicht lacht. Helau und Alaaf.