“Raufen oder Laufen”

kampf(hoshi7byflickr)

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bei dem urmenschen in uns wird bei anforderungen ein immer gleiches grundmuster aktiv. automatisch verändert sich der organismus, ein ganzheitliches system wird aktiviert.

auf der kognitiven ebene treten zuerst gedankliche bewertungen der situation auf. sätze wie, “das geht bestimmt schief!”,”das schaff ich nie!”,”das mir das passiert!” machen im kopf die runde. dazu kommt ein ständiges kreiseln um die aktion, denkblockaden, konzentrationsmangel und ein “black out”.

die emotionale ebene wird geprägt von den grundmustern der hilflosigkeit und agression oder flucht. angst, panik, verunsicherung, ärger und gereiztheit sowie schreck, nervosität, wut und die gefühle des versagens “steigen” hoch.

diese ebenen sind weitgehendst bekannt und werden auch leicht wahrgenommen. die erst in den letzten jahrzehnten erforschte ebene ist die der vegetativ-hormonellen. die jetzt bekannten und erforschten stresshormone wie adrenalin, noradrenalin, testosteron und cortisol führen zu den erfahrenen reaktionen wie: atem, herz und kreislauf arbeiten stärker, blutgefäße verengen sich, pupillen weiten sich, verbrennungsvorgänge beschleunigen und fettvorräte werden gelöst. sind für eine mögliche fluchtreaktion dann in den blutgefäßen auch notwendig. das sich magen- und darmtätigkeit verringern steht in gleicher ebene. das die sexualfunktionen eingeschränkt sind, versteht sich in diesem zusammenhang auch von selbst. wer denkt bei flucht schon ans kinderkriegen. neu bei diesen erkenntnissen ist aber auch, dass es zu vagotonen folgeerscheinungen kommen kann. durchfall, übelkeit und erbrechen kennt jeder, dem bei einer riesengroßen stresserfahrung das “herz schon mal in die hose” gerutscht ist. aber auch die leichteren formen spürt man schnell an sich: tränen fließen, trockener mund sowie weiche knie. engegefühl in der brust, erröten und flaues gefühl im magen sind ebenfalls möglich.

dann ist es nur noch zwangsläufig, dass es zu muskulären reaktionen kommt. am ganzen körper zittern, faustballen, fingertrommeln und zähneknirschen gehören dazu. der volksmund: “ich habe die aufgabe zähneknirschend erfüllt” bekommt jetzt eine neue dimension. der arbeit ist eine stressige erfahrung vorausgegangen. aber ich bin (oder konnte) nicht flohen. ich habe mich dem stress ergeben.

wenn der chef zu oft mich eine solche erfahrung machen läßt und ich immer gleich den rückzug antrete, wird die körperliche reaktion nicht abgebaut, wird chronisch und macht mich auf dauer an meinen schwachstellen krank. spätestens hier ist einhalt geboten, um das system noch herum zu biegen. hilfe an dieser stelle ist dann kein eingeständnis von schwäche, sondern oftmals die letzte rettung.

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