Richtiges Atmen II

das war mir klar, das es etwas geben muss, was mein atmen steuert. und zwar, ohne das ich darüber nachdenken muss. das übernimmt also das vegetative nervensystem. bestehend aus den zwei nervensträngen sympathikus (anspannungsnerv/”gaspedal”) und parasympathikus (entspannungsnerv/”bremse”).

stimmt. manchmal komme ich gut aus den federn. manchmal läuft rein gar nichts. da komme ich nicht auf touren, der puls bleibt flach und der blutdruck hat keine lust, zu steigen. und ich muss erst mein gaspedal betätigen. damit aber nicht der eine oder andere nerv mir auf den selbigen geht, muss, damit alle körper- und organwerte im normbereich sind, langfristig die entspannung größer sein, als die anspannung. ist mir klar. wie soll mein motor denn auch funktionieren, wenn er dauernd auf volllast fährt?

leider kann ich das so einfach gar nicht regeln. denn eine anhaltende ungünstige biochemische veränderung im körper (durch sauerstoffmangel ausgelöst), bewirkt eine überregung des sympatikusnervs. der überregte sympathikus reguliert u.a. nicht mehr optimal den puls, blutdruck, die muskelspannung und die hormonproduktion, das verdauungs- und das immunsystem, die hauttemperatur, die sexualität und den schlaf. damit ist dann in meinem körper eine regulationsstörung entstanden.

upppss. im anfang bin ich dann nur ein wenig unruhiger als sonst, verspanne mich leichter, leiste weniger und habe ein- und durchschlafstörungen. ich werde leichter krank, kopf- und rückenschmerzen häufen sich und leide unter verlust der gewohnten verstärker meines lebens. hobbys machen keinen spass mehr, die unlustphasen werden länger.

wenn ich jetzt nicht auf meinen körper höre, entsteht aus der normalen stressfolgestörung eine kategorie 2, nämlich eine chronische erkrankung. herzinfarkt und schlaganfallrisiken steigen, tinnitus stellt sich ein. ich werde von angststörungen, panikattacken und depressionen geschüttelt. das burnoutsyndrom entsteht, ich nehme unnatürlich zu und erhöhe irreversibel meinen cortisolspiegel.

glücklicherweise kündigen sich burnoutsyndrom, organschäden und chronische erkrankungen vor ihrem ausbruch immer an: wie in einem früheren artikel beschrieben, kann ich die ankündigung messen. durch den taxxos-atemtakter.

was heißt das nun für mich und meine morgendlichen sportübungen mit anschließendem gesunden frühstück. ich muss richtig atmen lernen. im rhythmus: 4 takte ein und 6 takte aus. also immer mehr aus als einatmen. gleich morgen fange ich an, mein vegetatives nervensystem neu zu programmieren. damit ich in zukünftigen lebenssituationen leichter und gesünder damit umgehe. der parasympathikus muss stärker in meinen fokus rücken. das wird mir schon gelingen. ich muss ja nur richtig atmen lernen. mehr nicht.

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